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Das Fachgebiet Sozial-ökologische Transformation an TU Berlin existiert seit dem Jahre 2017 und wird von Prof. Dr. Tilman Santarius geleitet.

 

 

Aktuelles

STUDIE: DIGITALISIERUNG GLEICH KLIMASCHUTZ? BISLANG FEHLANZEIGE

Dienstag, 08. September 2020

► Wachsender IKT-Sektor, Rebound-Effekte und Wirtschaftswachstum erhöhen Energienachfrage

► Digitalisierung entkoppelt Wirtschaftswachstum nicht vom Energieverbrauch

Berlin, 8. September 2020 – Die Digitalisierung gilt als Hoffnungsträger, um den globalen Energiebedarf zu verringern und damit zum Klimaschutz beizutragen. Bislang gibt es hierfür allerdings keine Belege. Ein neuer wissenschaftlicher Artikel von Digitalisierungsexperten des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Technischen Universität Berlin zeigt, dass sich dieser Trend bislang nicht einstellt. Im Gegenteil: Steigende Energieverbräuche des Informations- und Kommunikationstechnologie-Sektors (IKT) und höheres Wirtschaftswachstum konterkarieren eine Reduktion des Energiebedarfs.

Der Artikel „Digitalization and energy consumption. Does ICT reduce energy demand?” im Journal Ecological Economics entstand in dem fünfjährigen Forschungsprojekt „Digitalisierung und sozial ökologische Transformation“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als Nachwuchsgruppe im Förderschwerpunkt „Sozial-ökologische Forschung“ gefördert wird.

Welche Effekte entstehen durch IKT?

In dem Artikel analysieren die Autorin und die Autoren, wie sich die Digitalisierung auf den Energieverbrauch auswirkt. Indem sie ein umweltökonomisches Modell mit einer Vielzahl empirischer Studien kombinieren, untersuchen sie folgende Fragen: Welche direkten Effekte haben die Produktion, Nutzung und Entsorgung von Informations- und Kommunikationstechnik? In welchem Umfang führt die Digitalisierung zu einer steigenden Energieeffizienz von Prozessen? Wie wirken sich höhere Arbeits- und Energieproduktivität auf das Wirtschaftswachstum aus?

Energieverbrauch durch Digitalisierung steigt

„Zwar kann durch die Digitalisierung Energie eingespart werden – durch Effizienzsteigerungen in verschiedenen Wirtschaftssektoren, aber auch bei technischen Geräten des täglichen Gebrauchs“, erläutert Wirtschaftsforscher Steffen Lange vom IÖW. „Legt man diese Einsparungen in die eine Waagschale und vergleicht sie mit den Effekten des wachsenden IKT-Sektors und den Auswirkungen des durch gesteigerte Produktivität ausgelösten Wirtschaftswachstums, wiegen die letzteren deutlich schwerer. Die Hoffnung, dass die Digitalisierung den Gesamtenergieverbrauch senkt, erfüllt sich derzeit nicht.“

Rebound-Effekte wirken Einsparungen entgegen

Die Wissenschaftler erklären das mit Mechanismen aus der Umweltökonomie: Physisches Kapital und Energie lassen sich nur begrenzt gegenseitig ersetzen, was es schwermacht, den Energieverbrauch vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln. Zudem wirken Rebound-Effekte den Einsparungen entgegen. „Wir können nicht erkennen, dass sich diese Entwicklung ändern wird. Die Gleichung lautet höchstwahrscheinlich weiter: Energieeinsparungen führen an anderer Stelle zu mehr Nachfrage“, erklärt Johanna Pohl von der Technischen Universität Berlin.

Wie kann die Digitalisierung nachhaltiger werden?

In Zukunft kann die Digitalisierung nur nachhaltiger werden, wenn sie gezielt für Energieeffizienzsteigerungen eingesetzt wird oder um Sektoren energiesparend zu verändern. Gleichzeitig müssten aber auch Maßnahmen greifen, die den Energiebedarf des Sektors selbst eindämmen und Rebound- und Wachstumseffekten entgegensteuern. „Aber selbst dann würden die Energiespareffekte der Digitalisierung nicht ausreichen, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Wir müssen noch einen Schritt weitergehen und daran arbeiten, die digitalen Möglichkeiten in den Dienst einer ökologischen Transformation der Ökonomie zu stellen“, so Steffen Lange vom IÖW. „Anstatt die Nebenwirkungen der Digitalisierung zu bekämpfen, sollten alle ökonomischen Sektoren transformiert werden, insbesondere Industrie, Landwirtschaft, Energie, Bau und Verkehr. Hierbei könnten digitale Technologien – richtig eingesetzt – eine wichtige Rolle spielen.“

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Redaktioneller Hinweis:

Bibliografische Informationen zum Journal-Artikel:

Lange, Steffen; Pohl, Johanna; Santarius, Tilman (2020): Digitalization and energy consumption. Does ICT reduce energy demand? Ecological Economics Vol. 176, Elsevier
https://doi.org/10.1016/j.ecolecon.2020.106760

Smart Green World – Making Digitalization Work for Sustainability: Release of the Revised Book in English Language

In their book „Smart Green World“, Steffen Lange and Tilman Santarius investigate how digitalization influences environmental and social sustainability. The information revolution is currently changing the daily lives of billions of people worldwide. At the same time, the current economic model and consumerist lifestyle needs to be radically transformed if society is to overcome the challenges humanity is facing on a finite planet. Can the much-discussed disruption potential of digitalization be harnessed for this purpose? The book is published in May 2020 and is result of the project „Digitalization and socio-economic Transformation“. The translation and revision of the book was financed by Heinrich Böll Stiftung – The Green Political Foundation.

Bibliographic Data:

Steffen Lange, Tilman Santarius: Smart Green World? – Making Digitalization Work for Sustainability. 186 Pages, Published May 20, 2020 by Routledge, 1st Edition. ISBN 9780367467579.

More information

Gesprächsreihe Forum Bits & Bäume

Nächste Veranstaltung:

15. Juni 2020 | Forum Bits & Bäume: Von Commerce (zurück) zu Commons – Wie viel Kommerzialisierung verträgt ein nachhaltiges Internet?

Die Veranstaltung findet virtuell statt. Mehr Infos finden Sie hier.

Hintergrund:

Das Forum Bits & Bäume bietet über zwei Jahre einen offenen Diskussionsraum, um die nachhaltige Gestaltung der Digitalisierung stärker ins Zentrum zu rücken und wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Themen und Forderungen in den politischen Diskurs einzubringen. Die Veranstaltungen werden in dialogischen Formaten mit aktiven Workshop-Elementen durchgeführt, um konkrete Politikvorschläge und Gestaltungsoptionen zu erarbeiten und für die öffentliche und politische Diskussion aufzubereiten. Das Forum Bits & Bäume wird von der wissenschaftlichen Forschungsgruppe „Digitalisierung und sozial-ökologische Transformation“ von IÖW und TU Berlin veranstaltet in Kooperation mit dem Einstein Center Digital Future und weiteren Partnern. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung (SÖF) gefördert.

Aktuelle Informationen (Ankündigungen, Hintergrundpapiere, Nachberichte) finden sie auf der Seite der Forschungsgruppe.

Aktuelle Beiträge zur Corona-Krise

Mittwoch, 15. April 2020

Die Krise lässt unser aller Datennutzung steigen, die Digitalisierung macht einen unerwartet großen Sprung. Gleichzeitig braucht es neue Ideen für eine krisenfeste Wirtschaft. Unsere Forscher*innengruppe hat dazu in den letzten Wochen Anregungen in verschiedenen Medien gegeben. Eine Linksammlung.

"Corona - und wir? Höher, schneller, weiter - wo bleiben die nachhaltigen Ideen?" (Tilman Santarius am 17.07.2020 im BR2 mit Julian Nida-Rümelin und Jeanne Turczynski)

"Die Corona-Krise erfordert eine Transformation zu einer krisenfesten Resilienzwirtschaft" (Tilman Santarius und Steffen Lange auf Ökonomenstimme am 9. April 2020)

"Weniger Arbeit, weniger Konsum" (Tilman Santarius und Steffen Lange bei Zeit Online am 2. April 2020)

"Die Corona-Krise als (positive) Suffizienzerfahrung?" (Maike Gossen und Florence Ziesemer auf dem Blog Postwachstum am 25. März 2020)

"Ein riesiger Sprung Richtung Digitalisierung" (Tilman Santarius im Interview bei klimareporter am 29. März 2020)

"Corona-Krise: Alles spielt im Internet" (Frankfurter Rundschau am 1. April 2020)

"Digital in der Corona-Krise – Wie klimafreundlich ist Homeoffice?" (RTL.de am 2. April 2020)

Vom DigitalPakt Schule zum „ZukunftsPakt Digitalisierung“: Für eine nachhaltigkeits-orientierte digitale Bildung

Mittwoch, 02. Oktober 2019

Die deutsche Bundesregierung hat kürzlich den DigitalPakt Schule verabschiedet. In den nächsten Jahren sollen mehr als fünf Milliarden Euro in die Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik investiert werden. Doch bedeuten ein Mehr an Whiteboards auch mehr Wissen, mehr Hardware auch mehr Softskills? In diesem Blog-Beitrag bei der Bundeszentrale für politische Bilfung (bpb) argumentiert Tilman Santarius, dass eine kritische digitale Bildung Lernende vor allem darauf vorbereiten sollte, unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu gestalten. Kritische digitale Bildung sollte daher individuelle, gesellschaftliche und politische Kritik- und Denkräume eröffnen

Nominierung beim ZEIT-WISSEN Preis

Dienstag, 19. Februar 2019

Tilman Santarius ist für den ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit im Jahr 2019 nominiert. Der Preis geht jährlich an herausragende Personen, Initiativen und Unternehmen, die einen besonderen Beitrag im Bereich nachhaltiger Entwicklung leisten. Die Nominierungen werden von einer Jury ausgewählt, die sich aus anerkannten und prominenten Vertretern von Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Öffentlichkeit zusammensetzt. Tilman Santarius ist für die Rubrik “Wissen” nominiert. Die Preisverleihung findet am 28.3.2019 statt.

„Bits & Bäume – Die Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit“

Sonntag, 18. November 2018

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Unter der Leitfrage „Was kann Digitalisierung zur nachhaltigen Transformation der Gesellschaft beitragen?“ hat die Forschunsgruppe “Digitalisierung und sozial-ökologische Transformation" in Kooperation mit einem breiten Bündnis aus zivilgesellschaftlichen und wissenschaftlichen Akteuren vom 17. bis 18. November 2018 die Vernetzungs-Konferenz “Bits & Bäume” an der TU Berlin durchgeführt. Die Konferenz war mit knapp 2.000 Teilnehmer*innen (1.475 registrierten Teilnehmer*innen, zzgl. 450 Referierende, zzgl. ca. 100 Helfer*innen) ein großer Erfolg. Es konnte ein äußerst umfangreiches Programm geboten werden – gut 130 Veranstaltungen auf 12 parallelen Bühnen. Und die Konferenz hat ein ansehnliches Medienecho hervorgerufen. Derzeit wird eine umfassende Dokumentation der Konferenz erarbeitet, wovon 65 Video-Streams sämtlicher Veranstaltungen der fünf Hauptbühnen von Bits & Bäume bereits online einzusehen sind (siehe media.ccc.de/c/bub2018).

"Smarte Grüne Welt"

Donnerstag, 15. Februar 2018

Cover Buch Smarte Grüne Welt?
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Die Digitalisierung ist ein gesellschaftlicher Mega-Trend – darin sind sich alle einig. Doch was bedeutet sie ganz konkret für Ökologie und Gerechtigkeit? Führt die Digitalisierung in eine smarte grüne Welt, in der alle vom technologischen Fortschritt profitieren und wir zugleich schonender mit der Umwelt umgehen? Oder steuern wir auf einen digitalen Turbokapitalismus zu, in dem einige wenige Geld und Macht in Händen halten und die Wirtschaft noch weiter über die planetaren Grenzen hinauswächst?

Steffen Lange und Tilman Santarius analysieren in dem Buch „Smarte Grüne Welt – Digitalisierung zwischen Überwachung, Konsum und Nachhaltigkeit“, wie sich die Digitalisierung sozial und ökologisch auswirkt – auf Energie- und Ressourcenverbräuche, Konsum, Arbeitsplätze, Ungleichheit und Wirtschaftswachstum. Und sie zeigen, wie wir die Digitalisierung anders gestalten können – damit sie die Welt auch wirklich sozialer und grüner macht.

Das Buch ist im Oekom Verlag erschienen. Zur Bestellung

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